Am 17. November 1991 strahlte die bekannteste amerikanische Fernsehsendung „Sixty minutes“ einen zwanzigminütigen Beitrag mit dem Titel „The French paradox“ aus.

Darin wurde berichtet, dass sich die Franzosen in einem bedeutend besseren Gesundheitszustand befinden als die Amerikaner, obwohl sie viel Zeit mit Essen zubringen, 30 %mehr Fette zu sich nehmen, sich nicht körperlich betätigen und zehnmal mehr Wein trinken.

Das durchschnittliche Körpergewicht der Franzosen ist das geringste der ganzen westlichen Welt und die Mortalitätsrate bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist nach Japan am niedrigsten.

Die Sendung von CBS berief sich dabei auf Beobachtungen, die von der Weltgesundheitsorganisation im Rahmen einer Untersuchung (genannt „Monica“) gesammelt worden waren.

Wie kommt es, dass bei den Franzosen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu den Amerikanern nur ein Drittel beträgt, während sie gerade das Gegenteil von dem tun, was in Amerika als Vorbeugung empfohlen wird?

Die höchst erstaunten Wissenschaftler mussten eingestehen, dass sie mehrere Erklärungen dafür gefunden hatten:
– die Franzosen nehmen sich Zeit zum Essen;
– sie essen dreimal am Tag;
– sie teilen die Mahlzeiten ein (drei Gänge) und gestalten sie abwechslungsreich;
– sie essen mehr Obst und Gemüse, also mehr Ballaststoffe und Vitamine;
– sie verzehren gute Fette (Olivenöl, Sonnenblumenöl, Gänse- und Entenschmalz und Fisch);
– sie trinken regelmäßig Wein, insbesondere Rotwein.

Seit der Ausstrahlung des Beitrags über das „französische Paradoxon“, was einen Anstieg des Wein- und Gänsefettkonsums in den USA zur Folge hatte, sind die Untersuchungen vertieft worden. Dabei hat sich herausgestellt, dass die ideale Ernährungsweise, die als Modell übernommen werden sollte, genau die ist, die seit jeher im Mittelmeerraum üblich ist und den größten Teil Südfrankreichs schon immer beeinflusst hat.

Bedeutet dies, dass die Franzosen aufgrund dieser internationalen Beobachtungen ihre Ernährungsgewohnheiten nicht umstellen müssen?

Die Situation in Frankreich ist im Vergleich zu Amerika, wo sie dramatische Ausmaße angenommen hat, zwar eher zufriedenstellend, doch dies heisst nicht, dass sie sich nicht seit einiger Zeit bedeutend verschlechtert hat.

Tatsächlich zeigt die Statistik, dass sich das durchschnittliche Körpergewicht der Jugendlichen in den letzten Jahren sehr deutlich erhöht hat (+ 15 % ungefähr innerhalb von zwanzig Jahren).

Vor zwei Jahren nahm „Le Quotidien du Medecin“ in einem Artikel Bezug auf eine Untersuchung, die an jungen Rekruten vorgenommen worden war. Dabei ergab sich, dass 25 %einen zu hohen Cholesterinspiegel aufwiesen, während es vor zwanzig Jahren nur 5 %waren.

Das französische Paradoxon gilt also nicht mehr für die kommende Generation. Und dies aus gutem Grund: sie ist die erste Generation, die ihre Herkunft verleugnet und völlig andere Ernährungsgewohnheiten angenommen hat, indem sie sich vorbehaltslos, unter dem starken Einfluss der Werbung, die nordamerikanische Ernährungsweise zu eigen gemacht hat, die für Coca-Cola und Hamburger berühmt ist.

Die Erwachsenen halten mehr an den herkömmlichen Ernährungs-gewohnheiten fest, da sie mit der Tradition verwurzelt sind. Allerdings ist unbestreitbar ein Trend zur modernen Ernährungsweise festzustellen, der auf die Änderung des Lebensstils, die Hyperstandardisierung der Nahrungsmittelindustrie und auf den Einfluss der Werbung zurückzuführen ist.

Bei einer Analyse dieser Ernährungsweise stellt man fest, dass sie genauso beschaffen ist wie die amerikanische. Dies bedeutet, dass sie ebenfalls hyperglykämisch ausgerichtet ist. Zu den Lebensmitteln, die heutzutage bevorzugt verzehrt werden, gehören hauptsächlich:
– weißes Mehl, in all seinen Erscheinungsformen (Weißbrot, Hefegebäck, Sandwiches, Hotdogs, Pizza, Kekse, Küchen, Crackers, Nudeln, ballaststoffarmes Vollkornmehl…);
– Zucker, in Fruchtsäften und anderen süßen Getränken (Cola …), in Süßigkeiten und insbesondere in Schokoriegeln (Mars, Lion, Kinderschokolade …);
– Kartoffeln, hauptsächlich in ihrer schädlichsten Zubereitungsform: Pommes frites, Chips oder Kartoffelauflauf;
– weißer Reis nach westlicher Art, der einen viel höheren glykämischen Index aufweist, wenn er in viel Wasser gekocht wird, das man danach wegschüttet1.

Früher hat man Gemüse aus dem Garten verzehrt, sei es auch nur in der Suppe. Somit betrug die entsprechende Ballaststoffzufuhr durchschnittlich 30 g pro Person und Tag. Heute liegt sie bei 17 g, während mindestens 30 bis 40 g täglich verzehrt werden sollten.

Kommen wir nun zum Kern der Sache. Wie zu sehen sein wird, ermöglicht die Montignac-Methode die Realisierung eines ausgewogenen Körpergewichts. Sie ist jedoch nicht nur auf eine Gewichtsreduktion fixiert und hat sich Folgendes zum Ziel gesetzt:
– den Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirksam Vorbeugen;
– die maximale Vitalität wieder herstellen;
– dafür sorgen, dass wieder gut und gern und in Gesellschaft gegessen wird (was nie hätte geändert werden sollen). Essen sollte zuallererst ein gemeinsam genossenes Erlebnis sein!

Die von mir empfohlene Methode ist einfach. Es geht zunächst darum, sich bei der Ernährung nach dem allgemeinen Begriff des glykämischen Indexes zu richten.

Wenn man zu Übergewicht neigt, ist dies bekanntlich darauf zurückzuführen, dass eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse vorliegt, die sich durch eine übermäßige Insulinabsonderung äußert. Unsere Ernährungsstrategie besteht nun darin, die Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index zu meiden und die Lebensmittel zu bevorzugen, die einen niedrigen glykämischen Index aufweisen sowie eine richtige Auswahl der Fette zu treffen.

Ich erinnere noch einmal daran, dass die beiden vorhergehenden Kapitel unbedingt zuvor gelesen und verstanden worden sein müssen, um die Prinzipien der Methode wirksam anwenden zu können. Ein großer Teil der Leserinnen hat wahrscheinlich die Erfahrung gemacht, dass die Figur durch die Anwendung kalorienreduzierter Diäten (die restriktiv und zeitlich begrenzt sind) aus der Form geraten ist.

Eine kalorienreduzierte Diät äußert sich dadurch, dass man die verlorenen Pfunde wieder zunimmt, sobald man anfängt, seine alten Essgewohnheiten wieder aufzunehmen; man bringt sogar noch mehr auf die Waage als zuvor durch die Entbehrungen, die der Organismus erlitten hat (wie bereits dargelegt wurde).

Bei der von mir empfohlenen Methode geht es nicht darum, sich für kurze Zeit nach einer speziellen Ernährungsweise zu richten, um anschließend wieder zu seinen alten Essgewohnheiten zurückzukehren. Da es in Bezug auf die Quantität keinerlei Beschränkungen gibt, werden neue Prinzipien im Vordergrund stehen, von denen zahlreiche Aspekte für immer beibehalten werden.

Die viel beklagten überflüssigen Pfunde sind auf die schlechten Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen, vor allem auf den übermäßigen Verzehr schlechter Kohlenhydrate und Fette. Die neue Ernährungsweise ist abwechslungsreicher und vor allem ausgewogener. Wenn man die gewünschten Erfolge erzielt hat, gibt es somit keinen Grund, zur bisherigen unkontrollierten und degenerierten Ernährungsweise zurückzukehren.

Bezüglich der Tabelle der glykämischen Indizes dürfte ein Übergang von den Lebensmitteln der linken Spalte zu den Lebensmitteln der rechten Spalte ausreichen, um einen ansehnlichen Gewichtsverlust zu erreichen. Dazu benötigt man Zeit, wahrscheinlich mehrere Monate. Um schneller Erfolge zu erzielen und insbesondere der Bauchspeicheldrüse die Möglichkeit zu geben, sich wieder zu erholen, können zuerst selektive Maßnahmen ergriffen werden. Die Methode wird somit in zwei Phasen eingeteilt:
– Phase I, die Phase der schnellen Gewichtsabnahme und der Wiederherstellung der Vitalität;
– Phase II, die Phase der Stabilisierung, die das ganze Leben lang andauern kann.