Methoden abzunehmen
Wenn man die Fernsehwerbung für Nahrungsmittel betrachtet, fallt auf, dass sie unterschiedlich aufgemacht ist, je nachdem ob es sich um Tierfutter oder um Nahrung für den Menschen handelt.

Im Fall der Tiernahrung wird die Werbebotschaft ziemlich klassisch dargestellt. Zunächst sieht man einen Züchter, da der Bezug zu einem Fachmann immer wertsteigernd ist. Dann folgt eine Großaufnahme des Tieres, eines Hundes beispielsweise, der frei herumläuft, um seine große Vitalität zu betonen. Anschließend wird die Aufmerksamkeit auf das schöne Fell und den lebhaften Blick gelenkt, die auf eine ausgezeichnete Gesundheit schließen lassen.

Zum Schluss kommt ein Tierarzt ins Blickfeld, der erklärt, dass dieses Tier deshalb in diesem außerordentlichen Zustand ist, weil sein Herrchen es mit dem Produkt X füttert, für dessen Qualität er bürgt. Es folgt eine Aufzählung sämtlicher unverzichtbarer Nährstoffe wie Proteine, Vitamine, Mineralsalze, Spurenelemente und Ballaststoffe, die in dem Futter enthalten sind.

Ein Werbespot, der die Vorzüge der Nahrung für den Menschen anpreist, ist dagegen völlig anders aufgemacht. Im Vordergrund stehen fast immer der Preis, die Verpackung oder die Aufbewahrungsmöglichkeiten.

Ein Radfahrer kommt zum Beispiel mit Verspätung an und seine Mitfahrer haben in sichtlich egoistischer Manier die Suppe leergegessen. Er wird beruhigt, denn mit einer Trinksuppe, deren Marke dann empfohlen wird, kann er sich in Sekundenschnelle eine Suppe „wie früher“ machen.
Scheinbar ein Ersatzprodukt, bei dem niemand auf die Idee kommen würde, seine Zusammensetzung anzuzweifeln (Natriumglutamat, Zucker, modifizierte Stärke und Konservierungsmittel…), geschweige denn sich für das Fehlen nahezu sämtlicher Nährstoffe zu interessieren.

Bei der Herstellung von Werbespots wird der Werbefachmann immer sensible Themen aufgreifen und somit auf Symbole Bezug nehmen, die das Unterbewusstsein der Fernsehzuschauer beeinflussen.

Warum sollte man also den Nährstoffgehalt eines Lebensmittels erwähnen, um dessen Vorzüge anzupreisen, wenn niemand dafür empfänglich ist und es obendrein niemanden interessiert?

Seit fast einem halben Jahrhundert ist in unserer Gesellschaft die Bedeutung, die die Ernährung für die Gesundheit und die Erhaltung des Lebens haben kann, allmählich in Vergessenheit geraten.

Da bei den Ernährungsfachleuten ausschließlich der energetische Aspekt der Lebensmittel im Vordergrund stand, konnte sich die Nahrungsmittelindustrie voll und ganz auf wirtschaftliche Ziele konzentrieren, was zu einer gewaltigen technologischen Entwicklung geführt hat.

Es hat sich eine Änderung in der Denkweise vollzogen; das Verhältnis der Menschen zur Nahrung hat sich durch die Verstädterung, Gesellschaftsstruktur, Frauenarbeit und Freizeit allmählich verändert.

Diese Situation wird natürlich am Beispiel der USA besonders deutlich.

Dort ist die Nahrungsaufnahme auf die Befriedigung eines physiologischen Bedürfnisses reduziert. Man isst gezwungenermaßen etwas, vergleichbar mit dem Gang zur Toilette. Unter diesen Umständen sieht man selbstverständlich nicht ein, warum man viel Geld für Essen ausgeben sollte. Aus diesem Grund richtet sich die Wahl der Lebensmittel zuallererst nach dem Preis. Die Fastfood-Restaurants haben darauf reagiert, indem sie ein Essen für 99 Cents anboten, d.h. unter einem Dollar.

Bei der Arbeitseinteilung wird auf Mittagessen keine Rücksicht genommen. Offiziell existiert es gar nicht. Deshalb isst man auf der Straße oder in einer Ecke des Büros, ohne mit der Arbeit aufzuhören, in allen Fällen ist die Nahrung nur dazu da, den Hunger zu stillen. Demzufolge muss sie billig und so schnell verzehrbar wie möglich sein.

Wie die meisten romanischen Länder (Italien, Spanien) besitzt Frankreich Gott sei Dank eine andere Einstellung zum Essen. Für den echten Franzosen nimmt die Nahrung einen ganz anderen Stellenwert ein. Essen ist für ihn fast ein Ritual. Auch wenn es der Lebenserhaltung dient, stellt Essen für den Franzosen einen Genuss dar, da er es vom hedonistischen Standpunkt aus betrachtet.

Die Koch- und Feinschmeckertradition ist nicht einfach ein volkstümlicher Brauch, sondern ein grundlegender Bestandteil der französischen Kultur. Mit ihren Unterschieden, Eigenarten und geographischen Besonderheiten bildet sie eine regelrechte Kunst. Die regionale Küche und regionalen Produkte sind Teil eines Erbes, das jeder echte Franzose unbewusst an die nachfolgende Generation weitergibt.

Die Mittagszeit ist somit heilig und wird freigehalten. In der Provinz sind die Büros, Geschäfte und Verwaltungen geschlossen; die meisten gehen nach Hause und essen im Kreis der Familie zu Mittag. Die anderen treffen sich in der Cafeteria oder Kantine. Das Mittagessen ist ein wichtiger Lebensakt und wird nach festen Regeln eingeteilt.

Essen ist ein Zeichen von Lebenskunst. Aus diesem Grund lässt man sich beim Essen Zeit und gibt gerne Geld dafür aus. Weitere Hinweise wie man Geld ausgibt und wie man Geld spart finden Sie in dieser Webseite