Beim ersten Versuch wurden 100 g Weißbrot mit einem Belag von 30 g Butter verzehrt. Das Brot wird in Glukose, die Butter in Fettsäure umgewandelt; ihr Transport erfolgt über das Blut (Abb. 1).
Da Weißbrot einen hohen glykämischen Index aufweist (70), entsteht eine starke Hyperglykämie (ungefähr 1,70 g).

Die Bauchspeicheldrüse sondert daraufhin eine bestimmte Menge Insulin ab, um die Blutzuckerkonzentration wieder zu senken. Da es sich um ein Kohlenhydrat mit hohem glykämischen Index handelt, wird eine extrem große Menge Insulin freigesetzt (Abb. 2). Dieser Hyperinsulinismus verursacht dann eine übermäßige Speicherung eines Teils der Fettsäuren der Butter (Abb. 3 und 4).

Zweiter Versuch
Beim zweiten Versuch wurden 100g 100%iges Vollkornbrot mit einem Belag von 30 g Butter verzehrt (Abb. 1). Da 100 %Vollkornbrot über einen niedrigen glykämischen Index verfügt (40), entsteht nur eine geringe Erhöhung des Blutzuckerspiegels (ungefähr 1,20 g). Um den Normalzustand wiederherzustellen, sondert die Bauchspeicheldrüse eine sehr kleine Menge Insulin ab (Abb. 2).

Da bei einer niedrigen Blutzuckerkonzentration kein Hyperinsulinismus verursacht wird, scheidet die Bauchspeicheldrüse nur die lnsulinmenge aus, die benötigt wird, um den schwach erhöhten Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren (Abb. 3).

Die Fettsäuren der Butter werden nicht übermäßig gespeichert, da die freigesetzte Insulinmenge gering ist (Abb. 4).

Diese „Butterbrotversuche“, die zwar etwas schematisch dargestellt sind, zeigen sehr deutlich den Mechanismus der Fettreservenbildung und damit der Gewichtszunahme.

In beiden Fällen hat unser „Versuchskaninchen“ das gleiche gegessen: 100 g Brot und 30 g Butter. Warum nimmt es im ersten Fall an Gewicht zu und im zweiten Fall nicht? Natürlich aufgrund der Beschaffenheit des Brotes! Seine Nährstoffzusammensetzung ist die einzige Erklärung dafür.

Erster Versuch:
Verzehr von 100 g Weißbrot und 30 g Butter
Zweiter Versuch :
Verzehr von 100 g 100% Vollkornbrot und 30 g Butter

Weißbrot ist ein raffiniertes Lebensmittel. Ihm fehlen nicht nur die Ballaststoffe, sondern auch die meisten Proteine, Vitamine, Mineralsalze und Spurenelemente. Aus diesem Grund besitzt es einen hohen glykämischen Index. 100 %Vollkornbrot ist dagegen ein Rohprodukt, in dem noch sämtliche Nährstoffe und vor allem die Ballaststoffe und Proteine enthalten sind. Deshalb verfügt es über einen niedrigen glykämischen Index.

Weißbrot löst eine starke Erhöhung des Blutzuckerspiegels aus und bewirkt somit über den Hyperinsulinismus eine Gewichtszunahme (Speicherung der Fettsäuren der Butter). 100 %Vollkornbrot hat eine schwach blutzuckersteigernde Wirkung und löst nur eine geringe Insulinabsonderung aus, wodurch es zu keiner Speicherung der Fettsäuren der Butter kommt.

Somit wurde bewiesen, dass es nicht die in den Lebensmitteln, enthaltene Energie ist (die bei beiden Brotarten praktisch identisch ist), die zu der Gewichtszunahme führt.

Es ist die Beschaffenheit der verzehrten Lebensmittel, d.h. ihr [Nährstoffgehalt, der das zusätzliche Gewicht entweder verursacht oder nicht.

Im zweiten Versuch kam es deshalb zu keiner Gewichtszunahme, weil der glykämische Index des Brotes niedrig genug war, um keinen Hyperinsulinismus auszulösen, der indirekt für das Entstehen zusätzlicher Pfunde verantwortlich ist.

Dabei muss betont werden, dass in diesem Fall keine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse vorlag.

Was unterscheidet den Dünnen vom Dicken? Wenn einer von beiden (der Dicke) mehr an Gewicht zunimmt als der andere, obwohl er das gleiche isst (Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index), leidet er an Hyperinsulinismus. Bei ihm steht die Höhe der Insulinabsonderung nicht im Verhältnis zur zugeführten Kohlenhydratmenge.

Der Dünne leidet vielleicht noch nicht daran, aber dies wird nicht mehr lange auf sich warten lassen, wenn er weiterhin zu viele schlechte Kohlenhydrate zu sich nimmt.

Die Fettleibigkeit ist also nur die indirekte Folge eines übermäßigen Verzehrs von Kohlenhydraten mit einem hohen glykämischen Index (zu viel weißer Zucker, weißes Mehl, Kartoffeln) in Verbindung mit einer Fettzufuhr.

Der übermäßige Verzehr von schlechten Kohlenhydraten äußert sich durch eine permanente Erhöhung des Blutzuckerspiegels, was eine extreme Reizung der Bauchspeicheldrüse zur Folge hat. Zu Beginn ist die Bauchspeicheldrüse noch in der Lage, dieser Reizung standzuhalten, nach einigen Jahren zeigt sie jedoch erste Anzeichen von Schwäche, da sie für eine derartige Extremsituation nicht ausgelegt ist. Aus diesem Grund nimmt man mit zunehmendem Alter an Gewicht zu, denn die Fettleibigkeit steht immer im Verhältnis zur Entwicklung des Hyperinsulinismus.