Weißer Reis und Mais Teil I
Im Laufe der Jahrhunderte hat man immer wieder festgestellt, dass die wenigen Menschen, die dick waren, zu der wohlhabenden Schicht gehörten. Lange Zeit hat man gedacht, dass diese Menschen deshalb dick waren, weil sie aufgrund ihres Reichtums mehr gegessen haben als die anderen.

In Wahrheit haben sie nicht mehr Nahrung zu sich genommen als das einfache Volk, sondern sich nur anders ernährt, da sie die Möglichkeit hatten, Zucker und ballaststoffarmes Mehl zu verzehren, was beides rar und teuer war.

Paradoxerweise gehören die meisten fettleibigen Menschen in den USA heutzutage der armen Bevölkerungsschicht an. Dies liegt ganz einfach daran, dass hyperglykämisch wirkende Lebensmittel sowie sehr fettes Fleisch heute zu den billigsten Produkten zählen.

Wie bereits mehrfach erwähnt wurde, ist dieses Kapitel wichtig, um die Prinzipien der Methode zu verstehen, die im nächsten Kapitel ausführlich behandelt werden.

Man sollte es so oft lesen, bis man begriffen hat, dass es an der Beschaffenheit der Kohlenhydrate liegt, ob es zu einer Bildung von Fettreserven kommt oder nicht. Um abzunehmen und nie wieder zuzunehmen, muss man unbedingt verstanden haben, warum man zugenommen hat.

Die Hoffnung, für immer seine überflüssigen Pfunde loszuwerden, gründet sich darauf, dass der menschliche Organismus über die Fähigkeit der Reversibilität verfügt. Die Amerikaner, die nach Frankreich kommen, sind überrascht, dass sie an Gewicht verlieren, wenn sie in den Genuss der französischen Küche kommen. Genauso kommen junge Franzosen nach einem Aufenthalt in den USA mit zusätzlichen Pfunden nach Frankreich zurück.

Dies bedeutet, dass die jeweilige Ernährungsweise für die Gewichtszunahme oder -abnahme verantwortlich ist. Die Qualität der Ernährung ist also ausschlaggebend und nicht die Quantität.

Wer ausschließlich Kohlenhydrate der linken Spalte zu sich nimmt, die über hohe glykämische Indizes verfügen, wird an Gewicht zunehmen. Wer Kohlenhydrate der rechten Spalte bevorzugt, besitzt reelle Chancen, an Gewicht zu verlieren.

“Die Indianer von Arizona und die Ureinwohner Australiens “entdecken aufs Neue die niedrigen glykämischen Indizes“

Mit dem New Deal führte Präsident Roosevelt 1945 Indianerreservate in den USA ein, wodurch die Indianer Zugang zur degenerierten Ernährungsweise der „Bleichgesichter“ bekamen.

Fünfzehn Jahre danach wurde dieses Volk von Fettleibigkeit und Diabetes heimgesucht. Vor einigen Jahren hat man den Indianern von Arizona die Rückkehr zu ihrer ursprünglichen Ernährungsweise ermöglicht, wodurch der Ausbreitung dieser beiden Stoffwechselkrankheiten Einhalt geboten wurde.

Mit diesem Experiment hat man somit nachgewiesen, dass bei einer gleichen Kalorienzufuhr (vor allem Fette) einzig und allein der Verzehr von Kohlenhydraten mit einem niedrigen glykämischen Index für dieses außergewöhnliche Ergebnis verantwortlich ist.

Das gleiche Experiment wurde in Australien mit den Ureinwohnern durchgeführt, deren Existenz durch eine Rückkehr zur ursprünglichen Ernährungsweise gesichert wurde.

Deshalb beruht die von mir empfohlene Methode auf einer Auswahl der Lebensmittel. Sie ist nicht restriktiv, sondern selektiv ausgerichtet. Durch die richtige Wahl der Lebensmittel, unabhängig von der zugeführten Menge, ist man in der Lage, wirksam und dauerhaft abzunehmen, wobei man weiterhin mit Genuss und nach Feinschmeckerart essen kann.

Wenn die Phase I über mehrere Monate hinweg richtig angewendet wurde und sich bis dahin kaum ein Gewichtsverlust eingestellt hat, sollten die möglichen Gründe für diese Resistenz woanders gesucht werden.

Die Fälle, in denen Frauen fast über ein Idealgewicht verfügen und sich trotzdem in den Kopf gesetzt haben, abzunehmen oder Übergewicht mit Cellulitis verwechseln, werden von Beginn an außer Acht gelassen.

Andere Ursachen sollten ebenfalls ausgeschlossen werden. Dazu zählen:
– bestimmte Medikamente mit einem negativen Einfluss auf den Stoffwechsel, wie z.B. Beruhigungsmittel, angstlösende Mittel, Antidepressiva, Lithium, Betablocker, Kortison oder gesüßte Stärkungsmittel;
– Stress (auf den später noch einmal eingegangen wird). Eventuell ist die Anwendung einer Entspannungsmethode notwendig, um eine korrekte Gewichtsabnahme zu erzielen;
– Hormonstörungen, die bei der Frau vor oder während der Menopause auftreten können, mit oder ohne medikamentöse Behandlung (siehe Teil 2);
– Bulimie, die einer verhaltenstherapeutischen Behandlung bedarf.